Besuch der 10. Klassen in „Liliom“
Nach dem Besuch des Theaterstücks „Liliom“ schrieben die Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen ihre Eindrücke auf. Auszüge einiger Schülerarbeiten haben wir hier veröffentlicht:
Beispiel 1:
Die Klassen 10a und 10b haben am Freitag, den 15. Januar 2010 das Theaterstück „Liliom“ im Jungen Schauspielhaus in Düsseldorf besucht.
Das Stück handelt von einem gewalttätigen Mann, dessen Leben außer Kontrolle gerät, so dass er Selbstmord begeht. Er kommt zu fünf „Engeln“, vor denen er sich für seine Taten rechtfertigen muss. Da er kein Gewissen zu haben scheint und keine Reue zeigt, schicken sie ihn zurück, um die Zeit vor 16 Jahren noch einmal zu durchleben, in der Hoffnung, dass er seine Fehler erkennt.
Wir finden, dass das Stück seine Botschaft gut vermittelt. Es sagt
uns, dass man in seinem Leben fair und gut zu anderen Menschen sein soll,
da es sein könnte, dass man sich nach dem Tod für seine Taten
verantworten muss. Ebenso wird gezeigt, dass man manchmal mit einem Teil
seines Lebens überfordert ist und dann falsch handelt. So wie Liliom,
der sich schlecht fühlt, weil er keine Arbeit hat und seiner Freundin
seine Liebe nicht zeigen kann. Die Geschichte ist modern und passt gut zur
heutigen Zeit. Deshalb ist „Liliom“ sicher auch für Jugendliche
besser geeignet als ältere Stücke.
(Anna und Franziska, Jahrgang 10)
Beispiel 2:
Ich fand den Anfang des Stückes erst irritierend, aber je länger
ich dem Geschehen folgte, desto besser verstand ich die Geschichte. Je mehr
man verstanden hat, wie Liliom gelebt hat und wie schlecht es ihm nach seinem
„Rauswurf“ geht, desto interessanter wird es. Er zieht mit Julie
zusammen, wird aber traurig und aggressiv, weil er nicht für sie sorgen
kann. Seine Wut wird sehr gut zum Ausdruck gebracht. Deswegen kann man seine
ausweglose Situation gut verstehen. Ich finde es gut, dass am Ende erklärt
wird, wieso Liliom seine Freundin schlägt. Ich mag dieses Theaterstück,
weil es realitätsnah ist.
(Dennis Ka., Jahrgang 10)
Beispiel 3:
Zu Beginn des Stücks sieht man eine Person auf der Bühne. Sie zieht ein Messer und rammt es sich in den Hals. Man hört Stimmen, die vielleicht das Fegefeuer nach dem Tod darstellen sollen. Die Engel fragen ihn, ob er auf Erden noch etwas zu erledigen habe. Er lehnt ab. Sie zeigen ihm seine letzten Lebenswochen (...)
Als positiven Punkt möchte ich die überzeugende Leistung der
Schauspieler nennen. Nicht so gut gefiel mir das Bühnenbild. Außerdem
kleiden sich die Schauspieler vor dem Publikum um, um in eine andere Rolle
zu schlüpfen. Das wirkte auf mich befremdlich. Deshalb und auch wegen
der vielen Zeitsprünge ist das Stück für jüngere Schüler
zu schwer und deshalb für sie nicht geeignet.
(Alexander V., Jahrgang 10)
Beispiel 4:
Einige von uns betrachteten das Theaterstück als „Psycho“,
da die Atmosphäre düster und schaurig ist. Das könnte daran
liegen, dass die Schauspieler das Stück gut dargestellt und die Gefühle
der Figuren gut vermittelt haben. Man merkte an der Stimmung im Saal, dass
es spannend und mitreißend war. Das Resumeé der beiden 10er
Klassen war größtenteils positiv. Das Stück ist weiter zu
empfehlen.
(Frederik, Jahrgang 10)
Beispiel 5:
Als ich in die Theaterhalle gegangen bin, fragte ich mich, ob die Menschen
im Raum an der Wand Puppen oder Menschen sind. Als eine junge Frau mir ein
Lächeln zuwarf, wusste ich's. Zu Beginn des Stücks war ich sehr
erstaunt über vier oder fünf Personen, denn sie redeten synonym
und im Chor. Das Theaterstück an sich war sehr spannend und interessant.
Man hat gesehen, woraus oftmals Gewalt entsteht. Liliom, der Hauptdarsteller,
versucht, vor seinen Problemen davonzulaufen, denn er hat damit zu kämpfen,
seine Fehler zuzugeben. Am Ende bringt er sich um. Sein ganzes Leben spielt
sich noch einmal vor ihm ab, er sieht seine Fehler. Nach 16 Jahren bekommt
er die Chance, noch einmal auf die Erde zu gehen und mit seiner bereits
16-jährigen Tochter einen Tag zu verbringen. Er macht ihr einen Apfel
zum Geschenk. Als sie ihn vor die Wand wirft, rutscht ihm die Hand aus.
Er bemerkt seinen Fehler. Oben im Himmel wieder angekommen, weiß er,
was er falsch gemacht hat und bereut es innerlich sehr. Ich fand das Theaterstück
sehr erfolgreich und denke, dass es bei meinen Mitschülern genau so
gut angekommen ist wie bei mir.
(Iliana, Jahrgang 10)
